Chronik einer fröhlichen Verschwörung
Auf der Zugfahrt nach Wien lernt der mit sich und der Welt hadernde Ernst Katz die junge Biggy kennen, die ihn ob ihrer klugen Unangepasstheit fasziniert. Als sie wenig später in seiner Wohnung auftaucht, gewährt er ihr Unterkunft und lässt sie
seine Kreditkarte nach Belieben benutzen. Biggies freche Jugendlichkeit lässt Katz einen kühnen Plan fassen: er will verhindern, dass René Mackensen, der von seinem Agenten zum Erfolgsautor aufgebaut werden soll, ein Buch über die jüdische Schriftstellerin Klara Sonnenschein schreibt, mit der ihn eine geheime Vergangenheit verbindet. Um ihren Plan zu verwirklichen, greifen die beiden zu den aberwitzigsten Mitteln, und legen dem Erfolgsautor in spe manch böse Falle. Richard Schuberths Debütroman ist ein skurriles Buch über Jugend, Alter und große Pläne, spart dabei nicht an Kritik am Literaturbetrieb. Seine österreichisch getönte Sprache muss man mögen, aber dann erwartet den Leser ein atemberaubendes Abenteuer.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Chronik einer fröhlichen Verschwörung
Richard Schuberth
Zsolnay (2015)
478 S.
fest geb.