Die späte Reue des Jack Wiseman
Die in den USA lebende israelische Autorin lässt ihre fiktive Figur, den GI und Dolmetscher Jack Wiseman erzählen, wie die Amerikaner 1945 in Salzburg einen Zug mit von den Nazis beschlagnahmten Besitztümern ungarisch-jüdischer Bürger stoppen,
die fast alle in Konzentrationslagern umkamen. Die Amerikaner lagern alles ein, um es den wahren Besitzern zurückgeben zu können (was erst 60 Jahre später versucht wird). Wiseman muss die Überwachung und Katalogisierung der jüdischen Besitztümer übernehmen. Nach Ende seiner Dienstzeit nimmt er sich aus dem "Schatz" einen Schmuckanhänger als Erinnerung an Ilona, eine Überlebende der Konzentrationslager, in die er sich verliebt hatte. Todkrank bittet er 2013 seine Enkelin, die jetzigen Besitzer des Medaillons zu finden und es ihnen zurückzugeben, da er sich immer für den Diebstahl geschämt habe. Nach dem Tod des Großvaters macht sich seine Enkelin Natalie auf die Suche und trifft dabei in Budapest auf einen israelischen Kunsthändler, der Bilder von Holocaust-Opfern aufspürt, um sie - gegen eine angemessene Provision - deren Nachfahren zurückzugeben. Es beginnt eine irrwitzige Spurensuche, die nur bedingt Erfolg hat - aber Natalie hat eine neue Liebe gefunden. Im letzten Teil des Romans, der 1913 in Budapest spielt, klärt sich die Herkunft des Medaillons. - Ein ungemein spannender, bewegender, historisch gut recherchierter faszinierender Roman, der den Leser nicht mehr loslässt. Sehr empfehlenswert. (Übers.: Brigitte Hilzensauer)
Gudrun Eckl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die späte Reue des Jack Wiseman
Ayelet Waldman
Zsolnay (2015)
477 S.
fest geb.