Das unsagbar Gute
Die beschauliche Stadt Dornbirn hat, wie so viele andere Provinzstädte auch, nicht nur ehrbare Bürger. Auch hier gibt es Lug und Betrug, ja sogar Drogenproduktion. Frau Leupold, Chemielehrerin im Ruhestand, betreibt in ihrem Haus gemeinsam mit ihrem
Enkel Manfredo ein einträgliches Drogenlabor. Eines Tages stürzt sie beim Auswechseln einer Glühbirne so unglücklich, dass sie dabei ums Leben kommt. Die Leiche von Frau Leupold bleibt liegen, bis Manfredo, der die meiste Zeit in Wien ist, wo er seine Kontakte zur Drogen-Mafia pflegt, wieder einmal daheim ist. Aber Manfredo holt nicht die Polizei, sondern seinen Freund Nowak, einen Chemiker. Der soll jetzt das Drogenlabor weiterbetreiben, was er auch gerne macht, denn er sieht dabei seine Chance, nebenbei ein von ihm erfundenes Krebs-Präparat fertig zu entwickeln. Die Leiche von Frau Leupold stecken die beiden in die Tiefkühltruhe. Nowak sieht sich schon als Nobelpreisträger, doch erst einmal muss er sein Fachwissen zur Beseitigung der Schnüffler von der Drogenmafia einsetzen, sogar ein Wiener Drogenboss wird Opfer der beiden exzentrischen Vorarlberger. Bald zeigt sich, dass im idyllischen Dornbirn noch mehr Kühltruhen benötigt werden ... - In seinem neuesten Roman beschäftigt sich der Vorarlberger Autor mit den Tugenden und Schwächen der Menschen, vor allem aber mit dem Bösen in ihnen. Neben dem Blick in die Seelentiefen und -untiefen seiner obskuren Figuren erfährt man aber auch einiges über das Miteinander der Personen, denn Mähr kann spannungsreiche Dramaturgie und Milieu-Beobachtung glänzend miteinander verbinden. Seine herrlich groteske Parabel glänzt mit halsbrecherischem Handlungsverlauf, guten Dialogen, schrägem Humor und sarkastischer Gesellschaftskritik. Ein außergewöhnlicher Lesespaß, intelligent und unterhaltsam.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das unsagbar Gute
Christian Mähr
Deuticke (2011)
318 S.
fest geb.