Feuerköpfe
Bulgarien, nach dem Zweiten Weltkrieg. Die alte Ordnung ist zerstört, eine neue noch nicht endgültig gefunden. Doch unter dem Einfluss der Sowjetunion setzen sich bereits überall kommunistische Funktionäre fest. In dieser Übergangszeit beginnt
Zarevs neuer Roman, ein Gemälde der Fabrikantenfamilie Weltschev. Ihre weitverzweigten Bindungen sind das personelle Netzwerk, an dem Zarev sein gesellschaftliches Panorama festmacht. Es ist die Geschichte von Krum, einem unehelichen Sohn Weltschevs, der - in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen - an den Kommunismus glaubt und als Funktionär Angst und Schrecken verbreitet. Im Gegensatz zu ihm gehört Georgi Pantov zu denen, die auch im neuen System ihre Geschäfte machen. Zarevs Figuren sind geprägt, ja deformiert von ihren Erfahrungen, ihren Ängsten und Sehnsüchten und spiegeln dadurch die Nachkriegsgeschichte Bulgariens hautnah wider. Ein Roman, dem es gelingt, Realismus und Poesie zu einer Erzählweise zu verbinden, die eine magische Anziehungskraft entwickelt. (Übers.: Thomas Frahm)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Feuerköpfe
Vladimir Zarev
Deuticke (2011)
700 S.
fest geb.