Schimons Schweigen

Nach dreißig Jahren kommt Vladimir Vertlib zum ersten Mal wieder nach Israel. Als Kind hatte der in Leningrad geborene Schriftsteller mit seinen Eltern Israel verlassen, um nach einer langen Wanderschaft in Österreich Fuß zu fassen. Nun hat er eine Schimons Schweigen Lesereise begonnen, auf der er auch Schimon, einen Freund seines Vaters treffen möchte, um zu erfahren, weshalb diese Freundschaft zerbrochen war, weshalb Schimon so lange geschwiegen hat. Dieser autobiografische Roman erzählt von einer Reise durch das heutige Israel, auf der die Hauptfigur eintaucht in die aktuelle politische Lage des Landes. Vertlib setzt sich aber auch mit Blick auf seine Biografie mit der Frage auseinander, was Heimat für einen Emigranten - in diesem Fall einen jüdischen Emigranten - bedeutet und welche Missverständnisse und Konflikte das gegenseitige Verstehen erschweren. Ein Buch, das auf sehr persönliche Weise vom Schicksal eines jüdischen Emigranten erzählt, der sich selbst die Frage, weshalb nicht Israel seine Heimat wurde, nicht beantworten kann. Größeren Beständen für anspruchsvolle Leser/innen empfohlen.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Schimons Schweigen

Schimons Schweigen

Vladimir Vertlieb
Deuticke (2012)

267 S.
fest geb.

MedienNr.: 359441
ISBN 978-3-552-06184-2
9783552061842
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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