Äquator
Pete Ferguson und sein Bruder Oliver, aufgewachsen in Oregon und Deserteure im amerikanischen Bürgerkrieg, finden ihren verhassten Vater in einer Scheune an einem Strick aufgehängt. Die beiden fliehen von diesem Ort und landen auf der riesigen Fitzpatrick-Ranch
in Nevada. In Carson City legt sich der betrunkene Pete mit einem der fiesesten Kerle der Stadt an und tötet ihn in Gegenwart von Lylia, deren Liebe zu ihm daraufhin in Abscheu umschlägt und ihn aus der Stadt treibt. Auf dem Rücken seines Pferdes erreicht er Dodge City, wo er sich einem Jägerkonvoi anschließt. Als er in Lincoln das Land Office in Brand setzt, muss er wieder fliehen. Er setzt sich über die Grenze nach Mexiko ab und tötet einen Mann, der für den Tod von Indianerkindern verantwortlich ist. Von Mexiko aus macht er sich auf den Weg zum Äquator, dem Ort, wo die Träume wahr werden. Pete reist mit dem Schoner "Santo Cristo" nach Guatemala, wo er von Revolutionären angeworben wird, die gegen das Regime kämpfen. Er soll mit der Indiofrau Maria zusammenarbeiten und dieser bei einem Attentat auf den Tyrannen helfen. Das Attentat misslingt und Pete versteckt sich mit Maria bei ihren Xinca-Stammesgenossen in der tiefsten Wildnis von Guatemala. Doch sein Ziel, das verheißungsvolle Land am Äquator, verliert er auch dort nicht aus den Augen ... - In seinem neuesten Roman geht es Antonin Varenne um einen exzentrischen Einzelgänger, um Freiheit und Bindung, um Erinnerung und Vergessen. Dem französischen Autor gelingen in einer bizarren Geschichte Sprachbilder, die Ferne, Fremdheit und Atmosphäre des Erzählten sinnhaft machen. Ein formenreicher, düsterer, psychologisch bemerkenswerter Abenteuerroman, absolut lesenswert. (Übers.: Michaela Meßner)
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Äquator
Antonin Varenne
Bertelsmann (2018)
426 S.
fest geb.