Das stille Sterben der Natur
Der Autor ist Evolutionsbiologe, Biosystematiker und Professor für Biodiversität in Hamburg. Bekannt wurde er nicht nur durch seine Bücher, sondern auch durch zahlreiche Beiträge in Zeitungen. Was ihn in der Diskussion um Umwelt- und Klimaschutz
am meisten stört, ist die einseitige Betonung des Klimaschutzes, obwohl der Artenschutz angesichts des fortgeschrittenen Aussterbens vieler Arten ein ebenso wichtiges Anliegen ist. Schließlich gilt es, die ökologischen Kreisläufe zu erhalten, denn die Artenvielfalt ist letztlich unsere Lebensversicherung. Nur einer funktionierenden Biodiversität verdankt der Mensch seine Nahrungsmittel und seine Gesundheit. So plädiert er dringend dafür, ein Drittel der Erde unter Schutz zu stellen und ein Fünftel "jener Umwelt zu renaturieren, in der wir die Natur zuvor degradiert haben". Ursprünglich als Streitschrift geplant ist so eine "essayistische Intervention" entstanden, gut lesbar, aber hart und drängend in der Sache. Zahlreiche Literaturhinweise und Anmerkungen zeugen von der jahrelangen intensiven Beschäftigung des Autors mit dem Thema. Ein gewichtiger Beitrag zur Bedeutung der Artenvielfalt, breit empfohlen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das stille Sterben der Natur
Matthias Glaubrecht
C.Bertelsmann (2025)
220 Seiten : Illustrationen
fest geb.