Der Club der wütenden Fünf
Lara ist Vollwaise. Als auch noch ihre Oma stirbt, ist sie mit fünfzehn ein Fall für das Jugendheim. Sie verschließt sich und wird aggressiv. Auch als sich eine Pflegefamilie findet, die ihr eine Privatschule finanzieren will, gibt sie sich abweisend.
In der Schule gibt es den „Club der wütenden Fünf“, ein Programm zur Aggressionsbewältigung. Im Club trifft sie auf Gesa, Leonard, Abdul Qadir und Jegor aus Belarus. Die neueste Challenge des Sozialarbeiters setzt etwas in Gang: Alle ziehen einen Namen aus der Gruppe. Sie sollen herausfinden, in welcher belastenden Situation sich diese Person gerade befindet, und ihr helfen, da herauszukommen. Lara zieht Gesa, die sie schon einmal auf der Toilette weinen gehört hat. Auch in der Pflegefamilie gibt es Fortschritte; deren Sohn Ludwig, ein Grundschüler, bricht das Eis. - Die Sozialarbeiterin Nicole Fröhlich lässt in ihrem Debütroman die Protagonistin ihre Geschichte selbst erzählen. Laras Innensicht ist sehr reflektiert, nach außen versucht sie, sich ruppig zu geben, sie ist also keine "Systemsprengerin". Diese Balance zwischen harter Schale und verletzlichem Kern findet sich auch in den anderen. Es ist sehr berührend zu sehen, wie Lara und die anderen mit ihrer Aufgabe über sich hinauswachsen und sich gegenseitig helfen. - Sehr gerne empfohlen.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Club der wütenden Fünf
Nicole Fröhlich
cbj (2022)
316 Seiten
fest geb.