Filippo und die Weisheit der Schafe
Die Eltern fallen aus allen Wolken. Zufrieden beobachteten sie aus ihrem Heimatland Italien, wie ihr Sohn Filippo in Oxford seinen Master in Betriebswirtschaft ablegte. Eine Doktorandenstelle in Stanford wartet auf ihn, da kommt eine seltsame Nachricht
aus dem Balliol College in England. Filippo und sein Freund Jeremy hätten dort einen aufsehenerregenden Vortrag über ein revolutionäres Wirtschaftsmodell gehalten, aber ... Filippo sei in Begleitung einer großen Schafherde gekommen. Sofort wird den Eltern klar, dass etwas nicht stimmt. Sie reisen um die halbe Welt und kommen allmählich hinter einen Lebensentwurf, der so gar nicht ihren Wünschen entspricht. Ihr Sohn nämlich verabschiedete sich, sobald er Italien verlassen hatte, ziemlich schnell von den elterlichen Plänen und will auf seine Art glücklich werden. Dieses ganz außergewöhnliche Buch lässt mehrere Lesarten zu. Zum Beispiel könnte es Eltern anregen, sich weniger in das Leben ihrer volljährigen Kinder einzumischen. Der Nachwuchs könnte in Filippo ein Vorbild finden, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und dem Herzen zu folgen. Ein sehr sympathischer Roman, der ein breites Publikum anspricht. (Übers.: Verena von Koskull)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Filippo und die Weisheit der Schafe
Paola Mastrocola
Carl's Books (2014)
377 S.
kt.