Hotel Fünf Sterne

Als Praktikantin und Auszubildende (er-) lebte die Autorin vier Jahre lang die Realität hinter den Kulissen eines Luxus-Hotels, das, obwohl aus rechtlichen Gründen anonymisiert, durchaus Ähnlichkeit mit dem Berliner Adlon haben könnte. Die für Hotel Fünf Sterne das reibungslose Funktionieren allgegenwärtige "Wir sind das HOTEL"- Mentalität entpuppt sich schnell als sehr zwiespältiges Instrument der permanenten körperlichen und seelischen (Über-) Belastung von Praktikanten und Lehrlingen. Strikte Vorschriften hinsichtlich Kleidung, Sprache, Stil und Benehmen, Anpassung an das Team; harte Arbeit, Entlohnung unter dem Existenzminimum und kaum Freizeit, durchaus auch sexistische und sexuelle Avancen von Vorgesetzten und Gästen, Intrigen und Machtmissbrauch sind die wenig attraktiven Seiten eines Lehrberufes, der doch zunächst wie ein Sechser im Lotto schien. Viel Unschönes über Personal und Gäste ist zu lesen, aber auch von Highlights, wie dem Walzer mit Michail Gorbatschow, einer berührenden jüdischen Hochzeitsfeier und netten kleinen Anekdoten mit Stars und Sternchen aus Film, Funk und Fernsehen. - Ein kritischer Blick hinter die Kulissen einer "Schein"-Welt von Glanz und Gloria, ernüchternd und entlarvend, gut lesbar.

Elisabeth Bachthaler

Elisabeth Bachthaler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Hotel Fünf Sterne

Hotel Fünf Sterne

Stefanie Hirsbrunner
Gütersloher Verl.-Haus (2013)

223 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 389203
ISBN 978-3-579-06628-8
9783579066288
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi, So
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