Hitlers Bilder
Im Rahmen der Gleichschaltung des kulturellen Lebens im Dritten Reich wurde die gesamte bildende Kunst der Moderne vehement abgelehnt und als "entartet" gebrandmarkt. Die öffentlichen Sammlungen wurden "gesäubert". Gleichzeitig kam in großem Stil
Kunst aus ehemals jüdischem Besitz auf den Markt. Die Eigentümer waren entweder in die KZs verschleppt worden oder zum Verkauf genötigt worden, um die sogenannte "Reichsfluchtsteuer" bezahlen zu können und sich ins Exil zu retten. Im Rahmen der Feldzüge nach Westen und nach Osten wurden unendlich viele Kunstgegenstände geraubt und nach Deutschland verbracht. Viele nationalsozialistische Funktionäre bereicherten sich auch privat. Die Folgen dieses barbarischen Umgangs mit Kunst reichen bis in die unmittelbare Gegenwart. Rückgabeforderungen von Erben an Museen und private Eigentümer machen immer wieder Schlagzeilen. Die Problematik der sogenannten "Raubkunst" führt zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Staaten. Der jüngste Höhepunkt der gesamten Problematik - in diesem Band das letzte Kapitel - ist der Fall der Sammlung des Cornelius Gurlitt. Der schwedische Journalist gibt einen interessanten Überblick über die nationalsozialistische Kunstpolitik und deren aktuelle Auswirkungen. Sein Ausgangspunkt ist der Streit über die Restitution des Bildes "Blumengarten" von Emil Nolde durch das Moderna Museet Stockholm an die Erben der ursprünglichen Besitzer. Für historisch interessierte Leser.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Hitlers Bilder
Anders Rydell
Campus-Verl. (2014)
365 S.
fest geb.