Zukunft machen wir später
Christiane Rösinger schlägt sich seit vielen Jahren als Musikerin und freiberufliche Journalistin durch. Als 2015 Millionen von Menschen über das Mittelmeer nach Europa flohen, entschloss sich Rösinger, die Gelegenheit zu nutzen und in ihrem Leben
etwas zu ändern. Als ehrenamtliche Helferin - die Autorin hatte in jungen Jahren Germanistik studiert - brachte sie sich als Deutschlehrerin in der Flüchtlingshilfe ein. - In diesem Buch berichtet sie mit viel Humor über ihre Erfahrungen mit den Geflüchteten, aber auch über das teilweise Versagen der Berliner Behörden. Rösinger kehrt die Probleme nicht unter den Teppich und stilisiert die Geflüchteten nicht zu Opfern und die Helfer nicht zu Helden. Ihre Anekdoten sind wohltuend unspektakulär, dem Alltag entnommen, zutiefst menschlich. Rösinger geht auch kritisch mit Teilen der Kunstszene um, die sich der Geflüchteten als Hilfsmittel für spektakuläre Aktionen bedienten. So wird ein Deutschkurs in Berlin Kreuzberg zum Ausgangspunkt für einen Erfahrungsbericht aus jener Zeit, in der so viele Menschen aus aller Welt zu uns kamen und in der so viele bereit waren zu helfen. - Gerne empfohlen!
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Zukunft machen wir später
Christiane Rösinger
Fischer (2017)
217 S.
kt.