Junikinder

Julia befindet sich in einem tiefen Interessenskonflikt. Bei ihrer Arbeit auf einer Neonatalstation bringt sie das Kind ihres Schwagers zur Welt, doch ihre Schwester ist nicht die Mutter. Zerrissen zwischen dem Bedürfnis, ihrer Schwester die Wahrheit Junikinder zu sagen, und ihrer Bindung an die Schweigepflicht wünscht sie sich sehnlichst jemanden, mit dem sie ihre Gedanken teilen kann. Doch diese Person gibt es nicht, sie ist überarbeitet, alleinerziehend und befindet sich obendrein in einem Sorgerechtsstreit. Ihre Schwester Liv scheint dagegen das perfekte Leben mit der perfekten Familie zu führen, was wiederum zu Neid und Missgunst in der Beziehung der Schwestern führt. – Eindrücklich und realistisch porträtiert der Autor die beiden Frauen, die sich beide sehnlichst nach Liebe und Familie sehnen und aufgrund dessen oft Warnzeichen übersehen und falsche Entscheidungen treffen. Aufgrund des detaillierten Schreibstils und der eher langsam voranschreitenden Handlung entstehen an mancher Stelle Längen, dennoch machen es die Charaktere und der emotionale Tiefgang wert, das Buch zu lesen.

Agnes Schmidtner

Agnes Schmidtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Junikinder

Junikinder

Marcus Jarl ; aus dem Schwedischen von André Wilkening
FISCHER Taschenbuch (2025)

542 Seiten
kt.

MedienNr.: 621222
ISBN 978-3-596-71061-4
9783596710614
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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