Eine falsche Lüge

Als die notorische Lügnerin Sloane durch einige geschickte Verdrehungen der Wahrheit einen Job als Kindermädchen bei den wohlhabenden Lockharts erhält, scheint sich ihr Leben endlich zum Positiven zu wenden. Sie freundet sich sogar mit der Hausherrin Eine falsche Lüge Violet an und freut sich über die vielen glücklichen Fügungen, die sie in diese Position gebracht haben. Doch waren diese wirklich Zufall? In der ersten Hälfte lernen die Lesenden die Protagonistin Sloane inklusive ihrer turbulenten Vergangenheit sehr gut kennen. Auf der Handlungsseite ist dagegen wenig Bewegung in der Geschichte. Diese kommt erst im zweiten Teil des Buches in Fahrt, als durch den Wechsel der Erzählperspektive auf Violet Lockhart zusätzliche Spannung erzeugt wird. Kleinere Ungereimtheiten im bisherigen Erzählverlauf bekommen angesichts dessen eine völlig neue Bedeutung und zeigen das Talent der Autorin. Auch das Ende ist gut durchdacht und bildet einen überraschenden Abschluss der Geschichte. Weil die Protagonisten das ganze Buch hinweg etwas schwer fassbar und unsympathisch bleiben, erzielt es leider nicht in Gänze die erwünschte Wirkung. Insbesondere aufgrund der Auflösung und der Längen im ersten Teil der Geschichte kann der Thriller nicht sein gesamtes Potenzial ausschöpfen, stellt für Fans des Genres aber dennoch eine Leseempfehlung dar.

Agnes Schmidtner

Agnes Schmidtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Eine falsche Lüge

Eine falsche Lüge

Sophie Stava ; übersetzt von Janine Malz
Fischer Taschenbuch (2025)

410 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.

MedienNr.: 754766
ISBN 978-3-596-71169-7
9783596711697
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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