Gifted & talented
Ein Roman, in dem eine auktoriale Erzählerin sich mit der Meinung über die handelnden Charaktere alles andere als zurückhält – A-löcher inbegriffen –, im Roman selbst eine Rolle spielt, Leser:innen schon mal auf die Schippe nimmt und sich
ungeniert zum Gott erklärt. Die Kinder des verstorbenen Magitech-Konzernmanagers Thayer Wren (=Zaunkönig, weshalb alle Produkte dieser Firma und der seiner Tochter Meredith immer etwas mit Vogelstimmen zu tun haben) fragen sich, wie es weitergeht. Alle drei habend magische Fähigkeiten. Meredith ist die perfekte Manipulatorin, und hat den Erfolg mit ihrer App herbeigeschummelt. Arthur bringt alles, was elektrisch ist, zum Funkensprühen. Sein Amt als Senator steht im Schatten seiner eher unüblichen Liebesbeziehungen und Eilidh kann zwar je nach Gemütszustand Ägyptische Plagen über das Land bringen, ist aber nicht fähig, den Job in der Firma ihres Vaters tatsächlich auszuüben. – Und dann gibt es da noch Lola, die Erzählerin und die, deren Familie den Wren-Kindern die Magie beibrachte. Wer wird den Vater beerben? Und wie geht es weiter? Ein langer und unebener Weg durch 651 Seiten mit nicht unbedingt erwartbarem Ausgang.
Elke Wachner
rezensiert für den Borromäusverein.
Gifted & talented
Olivie Blake ; aus dem amerikanischen Englisch von Heide Franck und [einer weiteren]
TOR (2026)
654 Seiten : Illustrationen
fest geb.