Emil und der Pelikanmann

Zweimal in der Woche isst Emil in einer Gaststätte zu Mittag, weil seine Mutter nach ihrer Arbeit in der Wäscherei noch Büros putzt. Sie hat Emils Vater verlassen, als der eine neue Freundin hatte, und ist in die Stadt gezogen. Eines Tages erregt Emil und der Pelikanmann ein Gast mit großem Doppelkinn in der Wirtschaft Emils Interesse, weil er die Zeitung verkehrt herum liest. Bei genauerem Hinsehen erkennt Emil, dass es sich um einen Pelikan handelt, der in einem Anzug steckt. Emil freundet sich mit dem Pelikanmann an. Dieser begeistert sich für die Oper und verdient seinen Unterhalt als Restaurantsänger mit selbstgedichteten Liedern. Er philosophiert mit Emil über die Vorzüge aber auch das Unfreie am Menschsein und gibt Emil Tipps zum Umgang mit dem Heimweh. Denn er ist davon auch nicht frei, hat er doch seine Familie am Meer verlassen für ein Menschenleben in der Stadt. Emil ist in einer ähnlichen Situation, denn er vermisst seinen Vater, sein Zuhause und seine Freunde von früher. - Die Romane, Kinder- und Jugendbücher der mit Literaturpreisen ausgezeichneten finnischen Autorin Leena Krohn (Jg. 1947) wurden in viele Sprachen übersetzt. In einigen ihrer Romane verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Illusion, wie auch in "Emil und der Pelikanmann", der im Original 1976 erschienen ist. - Ein poetisches Kinderbuch, das durch den naiven Blick eines Vogels auf unsere (Menschen-) Gesellschaft zu neuen Sichtweisen auf das Leben anregt. Ab mittleren Beständen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Emil und der Pelikanmann

Emil und der Pelikanmann

Leena Krohn
Fischer KJB (2013)

202 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 375927
ISBN 978-3-596-85492-9
9783596854929
ca. 12,99 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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