Nördlich von Nirgendwo
Ich-Erzählerin Mia hat sich ihre Frühjahrsferien in der Achten ganz anders vorgestellt. Ihr Großvater ist nämlich nach einem Streit mit Grandma verschwunden. So fahren Mia und ihre Mutter in das einsame Porthaven, wo ihre Großeltern einen Pub
betreiben. Mia langweilt sich, nicht einmal ihr Handy hat Empfang. Beim Spaziergang mit Hund Flake findet sie auf einem Krabbenboot das ledergebundene Tagebuch der Schülerin Dxx. Sie schreibt darin, dass sie auf einer Insel lebe, von der man bei schlechtem Wetter nicht wegkomme. Mia erkennt in ihr eine verwandte Seele und schreibt zurück. So entsteht ein mehrtägiger Austausch übers Tagebuch. Als Dxx nicht zum vereinbarten Treffen erscheint, erzählt Mia Peter, der auch am Strand seinen Hund ausführt, von ihrem Plan, Dxx auf der Insel zu besuchen. Wenig später wird auch Peter vermisst. Von da an überschlagen sich die Ereignisse. Mia nimmt sogar den englischen Seenotrettungsdienst in Anspruch, dem das Buch gewidmet ist. - Liz Kessler ist bekannt für ihre "Emily"- und "Philippa"-Bücher. Hier erzählt sie in einem ironisch frischen Ton eine Geschichte voller spannender und überraschender Wendungen, und doch wirkt manches ein bisschen aufgesetzt. Besonders am Ende muss viel erklärt werden, um die unglaubwürdige Zeitreise den Lesern plausibel zu machen, was nicht ganz gelingt. Für Büchereien entbehrlich.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Nördlich von Nirgendwo
Liz Kessler
Fischer KJB (2014)
281 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10