Blutrotes Karma
Zwei Frauen werden während der Pariser Studentenrevolten im Mai 1968 bestialisch ermordet, alles deutet auf Ritualmorde hin, da ihre entstellten Leichen in Yogapositionen zur Schau gestellt werden. Ein traumatisierter Polizist, sein sensibler jüngerer
Bruder und eine Freundin der Toten machen sich auf die Suche nach dem Mörder, die sie nach einigen Irrwegen durch Paris bis nach Indien, in mehrere Ashrams und schließlich in den Vatikan führt, ehe sie dort den Fall schließlich lösen können. – Grangé ist seit seinem auch verfilmten Bestseller "Die purpurnen Flüsse" ein weltbekannter Thrillerautor. Auch dieses Buch zeichnet sich durch seine düstere Atmosphäre, einige ziemlich detailliert geschilderte Grausamkeiten und eine sich stets steigende Spannung aus, auch wenn die Schilderung der Studentenrevolten zu sehr in die Länge gezogen wird. Leider packt Grangé aber viel zu viele pittoreske Schauplätze in die 600 Seiten hinein, so mutet dieser Thriller schon fast wie ein Drehbuch einer opulenten Netflix-Serie an. Hartgesottene Leser mit Durchhaltevermögen werden den literarisch durchaus ansprechenden Thriller aber schätzen.
Michael Sanetra
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Blutrotes Karma
Jean-Christophe Grangé ; aus dem Französischen von Ina Böhme
Tropen (2024)
607 Seiten
fest geb.