Die marmornen Träume

Der Roman von Jean-Christophe Grangé, einem der größten Thrillerautoren Frankreichs, gewährt parallel zu den Morden an mehreren Frauen prominenter Funktionsträger einen Einblick in die NS-Politik zwischen 1939 und 1942. Simon Kraus ist Psychoanalytiker Die marmornen Träume und wohnt in Räumen, die Juden weggenommen wurden. Er behandelt, verführt und erpresst für sein Stillschweigen Frauen hochrangiger NS-Männer. Eines Tages sucht ihn der SS-Offizier Franz Beewen auf. Eine von Kraus‘ Klientinnen wurde ermordet. Sie gehörte zum Wilhelmklub, einem Kreis reicher Nazi-Frauen, der sich wöchentlich im Hotel Adlon trifft. Dann werden weitere Frauenleichen gefunden, brutal getötet und verstümmelt, und Simon Kraus wird immer tiefer in die Ermittlungen hereingezogen. Dritte Hauptperson ist die alkoholabhängige Minna von Hassel, die eine psychiatrische Anstalt leitet, in der auch Beewens Vater dahinvegetiert. Die drei ermitteln fleißig, verfolgen heiße Spuren und finden einen mutmaßlichen Täter nach dem anderen. – Grangés Thriller kombiniert auf 682 Seiten fiktionale Kriminalfälle mit historischen Fakten, Ereignissen und Orten, die von der Schwulen-Bar bis in die Gestapo-Keller reichen. Empfehlenswert.

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Die marmornen Träume

Die marmornen Träume

Jean-Christophe Grangé ; aus dem Französischen von Ina Böhme
Tropen (2024)

680 Seiten
kt.

MedienNr.: 618691
ISBN 978-3-608-50253-4
9783608502534
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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