Böser, böser Wolf
In einer etwas kruden Mischung aus Märchen, Fantasy und Realität erzählt Alexandra Benedict eine durchaus spannende Geschichte. Eine Autorin wird in ein einsames Haus mitten im Wald entführt. Dort soll sie für den „Wolf“, ein Mann, der sich
hinter einer Maske verbirgt, eine Reihe von Geschichten schreiben, im Stil der Grimm’schen Märchen – mit möglichst blutigem Ende – die der Wolf dann realisiert. Nur so kann sie überleben. Der „Grimm-Ripper“ treibt sein Unwesen. Parallel dazu ermittelt Detective Lyla Rondell im Entführungsfall und in der Mordserie. Sie hat vor vielen Jahren ihre enge Freundin Allison verloren, was für die Handlung nicht ganz unwichtig ist. Nach einer gewissen Zeit vermischt sich Realität mit Fiktion und Märchen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Vom Leser verlangt dies ein gehörig Maß an Denkleistung, was mitunter die Spannung übertönt. Bei Interesse an etwas abseitigen Geschichten empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Böser, böser Wolf
Alexandra Benedict ; aus dem Englischen von Henning Ahrens
Tropen (2026)
363 Seiten
kt.