Im Reich der Angst
Im Reich der Angst gefangen sind die drei Mitglieder einer Familie: Carlos, Sara und ihr 12-jähriger Sohn Pablo. Am Anfang steht ein Verdacht, der zur Gewissheit wird und am Ende zur Neurose. Der Sohn wird in der Schule von einem Mitschüler bedroht,
erpresst und verprügelt. Carlos schaltet sich ein, um seinen Sohn zu beschützen, holt diesen regelmäßig von der Schule ab und wird schließlich selbst zum Opfer eben jenes gewaltbereiten Schülers. Die Situation eskaliert, als Carlos seinen Schwager, einen Polizisten um Hilfe bittet. Ängste auf allen Ebenen des menschlichen Empfindens thematisiert Rosa in seiner Geschichte: als Zuschauer, als Betroffener und schließlich auch im philosophisch-psychologischen Ansatz, eingebettet in die Geschichte der kleinen Familie. Medial sowie von grausamer Phantasie suggerierte Ängste und Gefahren und real existierende Bedrohung sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Sie zermürben am Ende die Protagonisten und lassen auch den Leser nicht unberührt - beängstigend! Geeignet für ausgebaute Bestände. (Übers.: Luis Ruby)
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Reich der Angst
Isaac Rosa
Klett-Cotta (2011)
316 S.
fest geb.