Die Verschwörung der Idioten
Ignatius J. Reilly lebt auf Kosten seiner Mutter, während er an einem wirren literarischen Jahrhundertwerk schreibt. Doch eines Tages fühlt er sich genötigt, Arbeit zu suchen. Die Folgen sind absehbar: Als Mitarbeiter bei Hosen-Levy zettelt er einen
aberwitzigen Aufstand der schwarzen Fabrikarbeiter an und sein einziger Erfolg als Hot-Dog-Verkäufer ist, dass sein ohnehin schon übergewichtiger Körper noch mehr Fett ansetzt. Doch diese Niederlagen können der Großspurigkeit nichts anhaben, mit der er sich zum Außenseiter stilisiert. - Ende der sechziger Jahre verfasst, ist dieses Buch eine Satire auf die bürgerlichen USA ebenso wie auf die Protestbewegungen der damaligen Zeit. Tools Hauptfigur ist Spießer und Rebell in einem, eine monströse Gestalt in einer ins Absurde verdrehten Welt. Die Zeichnung der Figuren lehnt sich an den Stil einer Comic-Geschichte an und auch der Plot ist von diesem Genre beeinflusst. Der Roman wurde erst 1980 - elf Jahre nach Tools Tod - von einem kleinen Verlag veröffentlicht und brachte seinem Autor posthum den Pulitzerpreis ein. (Übers.: Alex Capus)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Verschwörung der Idioten
John Kennedy Toole
Klett-Cotta (2011)
461 S.
fest geb.