Mein fahler Freund
Zombies? Genau, das sind diese menschenfressenden Untoten, die man nur durch Zerstörung des Gehirns bzw. dessen Überreste unschädlich machen kann und die George A. Romero in seinem Film "Zombie" bereits 1978 eindrucksvoll und ekelig zugleich in
Szene setzte. Nun erobern sie, natürlich aus den USA kommend, den deutschen Buchmarkt, um die Fantasywelle einem neuen Höhepunkt entgegen zu treiben. Was Edward für die Vampire, ist R (an mehr von seinem Namen kann sich der arme Untote nicht erinnern) nun für die Zombies. Die sind in den USA inzwischen gewaltig auf dem Vormarsch, während der Rest der Menschheit sich in Fußballstadien und ähnlichen Orten gegen deren Angriffe verschanzt. Bei einer Jagd von Rs Meute frisst dieser einen jungen Mann und nimmt aus ihm selbst zunächst unerklärlichen Gründen dessen Freundin Julie mit. Aus anfänglicher, durchaus verständlicher Abneigung entwickeln sich allmählich zarte Liebesbande und Rs Bewusstsein beginnt, sich entscheidend zu verwandeln. Wird es ihm und Julie gelingen, einen Konsens zwischen Zombies und Menschen zu schaffen? Wer auf Horrortrips steht, wird bei diesem literarisch nicht einmal uninteressanten Debütroman eventuell sogar auf seine Kosten kommen, vorausgesetzt, er verfügt über einen starken Magen bei den Gemetzeln. Für die Bestände unserer KÖBs ist dieser Titel allerdings ein Wagnis! (Übers.: Daniel Sundermann)
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein fahler Freund
Isaac Marion
Klett-Cotta (2011)
Hobbit Presse
298 S.
fest geb.