Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
Der äußerst begnadete Puppenmacher Kobayashi lebt im London des 19. Jh. und fertigt fast lebensechte Puppen an, die ebenso wie seine mechanische Hausangestellte sprechen, ja sogar Gefühle zeigen können. Um die Zukunft seiner Familie zu sichern,
hat er sein kleines Vermögen dem Advocatus Diaboli Fairweather anvertraut, der im Gegenzug dafür zu jeder Jahreszeit eines der kunstvollen Puppenkinder Kobayashis erhält. Nach der Geburt von Kobayashis Tochter Miyo fordert Fairweather nun sie als Gegenleistung für seine dunklen Absichten. Eine bis zur Perfektion an Miyos Gesicht angepasste Porzellanmaske soll sie vor seinem Zugriff retten. Das Tragen dieser starren Maske hält für Miyo mancherlei Prüfung bereit und erschwert ihr den Lebensweg auch nach dem Tod ihrer Eltern: Sie kann anderen ihre Gefühle nicht offen zeigen, wird verkannt und lebt immer in der Angst vor Entdeckung. Doch wie in jedem Märchen, gibt es auch hier Helfer, treue Freunde, die Miyo vor dem Bösen schützen. Und am Ende darf nicht nur sie die Maske fallen lassen. - Eine schöne, poetische und ergreifende Geschichte, sehr empfehlenswert.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
Simone Keil
Klett-Cotta (2024)
Hobbit Presse
221 Seiten
fest geb.