Die Frau des Farmers
Helen Rebanks ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und kennt die Routine des Melkens, Fütterns, Hütens, Erntens, Kochens und der Gartenarbeit. Sie will auf keinen Fall Bäuerin werden und träumt von einem Leben als Künstlerin. Während des Kunststudiums
in Oxford beeindruckt sie ihren zukünftigen Mann James Rebanks (u.a. „Mein englisches Bauernleben“, BP/mp 22/15), mit ihren Kochkünsten. Statt seiner beliebten Krabbenchips gibt es nun „spanischen Hühnereintopf“. Weil das Bauernleben für ihren Geliebten James wie eine Droge wirkt, ziehen sie wieder aufs Land und renovieren ein fast verfallenes Haus, in dem es kein fließendes Wasser und keine Toilette gibt. – In den Kapiteln, die in einen Tag unterteilt sind, erzählt sie vom zum Teil anstrengenden und harten Hofleben. Morgens um halb sechs kräht der Hahn, alles ist noch ruhig, die ersten Sonnenstrahlen dringen durch die Blätter der Bäume, Eichhörnchen und Vögel machen sich bemerkbar. Dann geht es Schlag auf Schlag – die vier Kinder müssen versorgt werden. Sie beschönigt nicht, lenkt den Fokus aber auch auf die Pflicht, nachhaltig und Ressourcen schonend zu produzieren und Mensch und Tier zu achten. Die Liebe zu Selbstgemachtem findet man in fast jedem Kapitel in Form von ausführlichen Rezepten, angefangen von der Herstellung von Brombeergelee bis zu kreativen Ideen fürs Pausenbrot, für eine einfache Studentenküche oder „Gerichte, wenn ich im Überlebensmodus bin“, die sie mit eigenen Zeichnungen illustriert. – Das Buch zeigt Rebanks große Verbundenheit zur Natur und ist eine „Hommage an alle Landfrauen“.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Frau des Farmers
Helen Rebanks ; aus dem Englischen von Nastasja S. Dresler
Klett-Cotta (2025)
409 Seiten : Illustrationen
fest geb.