Schlechte Aussichten
Mitchell Zukor galt schon während des Studiums als merkwürdig. Doch eigentlich hat Mitchell einfach nur Angst: Angst vor Krankheiten, Angst vor Finanzkrisen, Angst vor jeder erdenklichen Katastrophe. Umso mehr fühlt er sich angezogen von Elsa, die
vor nichts und niemanden Angst zu haben scheint - bis sie krank wird. Mitch, der nach dem Studium für eine Versicherungsagentur Experte für die Wahrscheinlichkeitsberechnung von Katastrophen wurde, hatte diese persönliche Katastrophe nicht kommen sehen. Sehr wohl aber eine, die ganz New York überflutet. Und in all der Angst, dem Chaos und der Zerstörung um ihn herum wird Mitch plötzlich ruhig und weiß genau, was zu tun ist. - Nathaniel Rich zeichnet einen absoluten Antiheld: ein schräger, aber ungemein sympathischer Charakter, der einem in seiner Fixierung auf Katastrophen und Ängstlichkeit rasch ans Herz wächst, ebenso wie Elsa, das totale Gegenteil. Geschickt verwebt er in die Vorstellung der Personen auch so manchem Seitenhieb auf die Profitgier von Versicherungsunternehmen und der Borniertheit von Menschen, bis die Katastrophe einsetzt und ein spannender Wettlauf um die Zeit beginnt. Der nüchtern-komische, liebevolle Roman ist breit zu empfehlen. (Übers.: Hannes Riffel)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schlechte Aussichten
Nathaniel Rich
Klett-Cotta (2013)
366 S.
fest geb.