Chinas Raumfahrt
Der durch seine zahlreichen einschlägigen Veröffentlichungen zur Geschichte und Gegenwart der Raumfahrt bekannte Autor beschäftigt sich in diesem Buch mit den intensiven Anstrengungen Chinas, im Weltraumsektor mit den USA gleichzuziehen und in wenigen
Jahren zu übertreffen. Um diese Entwicklung zu verstehen, geht Reichl ein Jahrhundert in der Geschichte zurück und berichtet über das in der westlichen Öffentlichkeit weithin unbekannte Engagement der Chinesen in der Raketentechnik. Dabei stellt er nicht nur die dort entwickelten Raketen, Satelliten und Raumschiffe in Wort und Bild vor, sondern veröffentlicht auch umfangreiche Details über die vier verschiedenen Weltraumbahnhöfe einschließlich informativer Grafiken der Startplätze. Obwohl das Land erst seit 2003 bemannte Raumflüge durchführt, konnte China mit seiner Raumstation Tiangong beeindruckende Erfolge erzielen. Spannend schildert der Autor, wie es gelang, mit einer unbemannten Sonde erstmals auf der Rückseite des Mondes zu landen oder einen Rover auf der Marsoberfläche fahren zu lassen. Es gibt bereits detaillierte Pläne zur weiteren intensiven Erforschung unseres Sonnensystems und zum Aufbau einer bemannten Station auf dem Erdtrabanten. Wenn diese Visionen Wahrheit werden, hat China endgültig die USA von der Führungsposition im All verdrängt. Die verschwenderische Ausstattung des Buches mit fast ausschließlich farbigen Abbildungen und Grafiken trägt sehr dazu bei, diese Aussagen zu unterstreichen. Dieses erste umfassende Werk über die chinesische Raumfahrt in deutscher Sprache kann ohne Vorbehalt empfohlen werden!
Thomas Hübner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Chinas Raumfahrt
Eugen Reichl
Motorbuch Verlag (2023)
351 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig), Karten
fest geb.