Superbuhei
"Super Buhei" ist ein Supermarkt in Langenhagen, in dem der Ich-Erzähler Jesse arbeitet, selbst ein fast trockener, trostloser Trinker, tagein, tagaus in einer winzigen Kneipe. Die heißt "Klaus Meine" und ist dem gleichnamigen Sänger der "Scorpions"
gewidmet. Die Songs der Band geben den Beat des Romans von Sven Amtsberg. Schlag auf Schlag hämmert das Schicksal der selbst verschuldeten Unmündigkeit auf unseren Helden ein, dem "Wind of Change" ist er nicht gewachsen. Den Vater, einen talentfreien Elvis-Nachahmer, hat er durch Selbstmord verloren, seine Mutter hat die Familie verlassen, die Freundin Mona, Kassiererin in besagtem Supermarkt, eine "Sitzschönheit", wird abends mit Schlafmitteln sediert, und Jesses unheimlicher Zwillingsbruder Aaron spukt im Hintergrund herum. Fluchtversuche in Schreibkursen und beim Jazz-Dance missglücken, und das Ende hat eine so überraschende Pointe, dass man sie besser dem Leser vorher nicht verrät. - Eine grimmige Provinzposse, ein zugkräftiger Roman über einen Globalisierungsverlierer, eine gute Übung im unzuverlässigen Erzählen (Amtsberg führt selbst eine private Autorenschule), empfehlenswert.
Michael Braun
rezensiert für den Borromäusverein.
Superbuhei
Sven Amtsberg
Frankfurter Verl.-Anst. (2017)
315 S.
fest geb.