Der Schlüssel
Eine Mutter lebt mit ihren drei Kindern inmitten einer grünen Idylle. Bevor sie zum Einkaufen ins Dorf geht, schärft sie ihren Kindern ein, niemandem die Tür zu öffnen. Und das nehmen die Drei wörtlich. Als die Mutter nämlich beim Zurückkommen
bemerkt, dass sie ihren Schlüssel vergessen hat, machen ihr die Kinder nicht auf. Anklänge an das Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein" der Brüder Grimm sind nicht zu übersehen. Schon in den detailfreudigen, pastellfarbenen und comicartigen Bildern der Illustratorin Annick Masson sind immer wieder Ziegen (eine echte angepflockte, dazu mehrere auf Fotos und als Spielzeuge) eingestreut und der große Uhrkasten fehlt auch nicht. Auch im Text arbeitet Isabelle Flas mit ritualisierten Märchenfloskeln. Doch in dieser Geschichte werden die Kinder nicht vom Wolf gefressen, sondern spielen ihrer Mutter einen Streich. - Ein witziges Bilderbuch für etwas ältere Kinder, besonders amüsant, wenn sie mit dem Grimm'schen Original bereits vertraut sind und die Anspielungen verstehen.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Schlüssel
Isabelle Flas ; Annick Masson
Pattloch (2014)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fst geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5