Die Liebe unter Aliens
Was die Hauptpersonen der elf Erzählungen gemeinsam haben, ist einen Bruch in ihrer Biografie und eine elementare Einsamkeit. Der lässt sie abseits eines sogenannten normalen Lebens ihren Weg suchen: mal ist es der alternde Marathonmann, der einem
Taschendieb hinterherrennt und dabei der Tragik seines Lebens nachspürt, mal ein junges Liebespaar mit Drogenproblemen und einer Frau, die den Jungen retten will, mal ein Japaner in Deutschland, der mit dem Bild der Göttin der Barmherzigkeit aus seiner Kultur die beglückende Rückkehr zu seinen Wurzeln erlebt. Falls es eine Erlösung dieser Menschen gibt, dann geschieht dies nur durch die Macht der Liebe. Das funktioniert manchmal in den Erzählungen. Andernfalls verlöschen sie. Die gebrochenen Protagonisten und der gebrochene Erzählstil verlangen eigenes Engagement bei der Lektüre. Wer sich darauf einlässt kann kluge Gedanken finden. Für literarisch erfahrene Leser/innen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Liebe unter Aliens
Mora Terézia
Luchterhand (2016)
266 S.
fest geb.