Bevor ich es vergesse
Wenn die Eltern sterben, ist das in der Regel ein tiefer Einschnitt im Leben, so auch für die Erzählerin. Das Leben mit ihrem Vater war nicht einfach, das hatte sie bei seiner schon vor Jahren gestorbenen Frau, ihrer Mutter erlebt. Nun muss sie sein
Leben abwickeln und die Bürokratie bewältigen. Schwierig wird das Abwickeln seines Lebens, zunächst beim Einsammeln der Besitztümer im Krankenhaus und dann in seiner Wohnung. Bei all der Trauer gelingt es der Autorin, mit Selbstironie und dem Erinnern an lustige Begebenheiten, dem Tod die Schwere zu nehmen. Auch die Beerdigung wird eher zu einer Party als zu einer Feier von Trauernden. Und so nähert sie sich immer mehr dem Menschen, der ihr Vater war: Trinker, Choleriker und streitbar gegenüber Autoritäten, aber auch warmherzig und loyal denen gegenüber, die er liebte. Der Autorin ist es gelungen, dem düsteren Thema die Schwere zu nehmen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bevor ich es vergesse
Anne Pauly ; aus dem Französischen von Amelie Thoma
Luchterhand (2024)
172 Seiten
fest geb.