Kasse 19
Eine junge britische Schriftstellerin, die es nach Irland verschlagen hat, reflektiert ihren Weg zum Schreiben. Schon als Kind war sie von Büchern fasziniert, war Stammgast in einer öffentlichen Bibliothek. Im Kreis ihrer Schulfreundinnen hat sie
sich häufig fremd gefühlt. Sie beobachtet und denkt sich in ihrer Fantasie eigene Geschichten aus. Als sie versucht, einen Lehrer zu malen, und ihr das Portrait nicht gefällt, fängt sie an, darüber zu kritzeln. Aus den kreisenden Bewegungen des Stiftes werden plötzlich Worte, der Beginn ihres Schreibens. - Die Autorin Claire-Louise Bennett, die Literatur und Drama studiert hat, fand bereits mit ihrem Debüt „Teich“ Beachtung. Auch in ihrem aktuellen Roman geht es um weibliches Selbstverständnis. Das Buch ist gespickt mit Verweisen auf Schriftsteller/-innen, die sie geprägt haben. Elias Canetti, E.M. Forster, Javier Marías, Annie Ernaux, Anaïs Nin und Sylvia Plath sind nur einige der Vorbilder. Bennett hat sich durch die gesamte Welt- und Gegenwartsliteratur gelesen und bevorzugt heute Schriftstellerinnen. Ein kluges, wenn auch nicht unanstrengendes Buch über das Lesen und Schreiben. Eher für größere Bestände.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Kasse 19
Claire-Louise Bennett ; aus dem Englischen von Eva Bonné
Luchterhand (2023)
302 Seiten
fest geb.