Orion und das Dunkel
Orion ist ein sehr ängstlicher Junge. Er hat Angst vor Wespen, Mädchen, Gewittern, Hunden, Spinnen und vielem mehr. Die größte Angst hat er vor der Dunkelheit, deshalb ist es nachts am schlimmsten. Und dann passiert etwas Unglaubliches, das Dunkel
steigt aus der Dachluke heraus in sein Zimmer. Es ist groß, dunkel und sein Umhang ist mit Sternen besetzt. Eigentlich schaut er ganz freundlich, stellt sich höflich vor und lädt Orion zu einem Abenteuer ein. Der Junge stellt sich seiner Angst und geht mit auf eine fantastische Reise durch die Nacht. Bevor sie zu den dunkelsten Orten im Weltall reisen, suchen sie die Orte seiner Angst auf. Ganz leise verschwindet das Angstgefühl. Dafür breitet sich in Orion ein wohliges Freundschaftsgefühl aus. Sein bester Freund verblasst mit dem Tageslicht, nicht ohne das Versprechen, wiederzukommen und weitere Abenteuer mit Orion zu erleben. - Die furchteinflößende Angst vor der Dunkelheit kommt aus der Ungewissheit, nicht zu wissen, was sich alles im Dunkeln verbergen könnte. Die grandiosen Zeichnungen fangen diese Ängste in kleinen Bildchen und Bilderfolgen ein. Letztlich ist es der freundliche Herr Dunkel, der mit einem Gestaltungs-Trick ganz plastisch seine Hand ausstreckt und den Ängsten ihren Schrecken nimmt. Die farbliche Gestaltung und das Layout der Seiten nehmen Kindern ganz behutsam das Angstgefühl. Bereits im Vorsatz eröffnet die Sternenhimmel-Nacht eine Faszination für das vermeintlich Bedrohliche des nächtlichen Himmels. Seit Februar ist “Orion und das Dunkel” auf Netflix als Animationsfilm zu sehen. Das Bilderbuch ist jedoch für Kinder ab 4 Jahren die sanfteste Art, sich ihren Ängsten zu stellen, sie zu benennen und letztlich zu überwinden.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Orion und das Dunkel
Emma Yarlett ; deutscher Text von Hanna Schmitz
Coppenrath (2024)
[36] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4