Martin Niemöller
Wenn auch die politischen Ansichten Martin Niemöllers in der Nachkriegszeit bei vielen Widerspruch hervorrufen, eines kann ihm nicht abgesprochen werden: dass sein Leben als Pfarrer stets geleitet war von der Frage "Was würde Jesus dazu sagen?" Unter
dieser Perspektive gelingt dem Autor ein eindrucksvolles Lebensbild Niemöllers vom U-Boot-Kommandanten zum Pazifisten. Die zunächst völkisch-nationale Einstellung des Pfarrers ändert sich, als die Nationalsozialisten beginnen, mit den "Deutschen Christen" Staat und Kirche gleichzuschalten. Mit seinen berühmten Dahlemer Predigten setzt er sich für die "Bekennende Kirche" ein, wird 1937 verhaftet und als persönlicher Gefangener des Führers bis 1945 in den KZs von Sachsenhausen und Dachau gefangengehalten. Nach dem Krieg bekommt er hohe kirchliche Ämter in der EKD und in der evangelischen Kirche in Hessen-Nassau, eckt aber immer wieder an mit kritischer Haltung zu innerkirchlichen Fragen, mit seinem Schuldbekenntnis, seiner Ablehnung der Wiederbewaffnung und der Parteiendemokratie und mit seinem Einsatz für die Ökumene, den Weltfrieden, für Wehrdienstverweigerer usw. Dieser beachtenswerte Einblick in das Leben eines Kämpfers ist auch deshalb so lesenswert, weil es der Autor schafft, die Umbrüche und Wandlungen in Niemöllers Leben mit vielen Dokumenten im zeithistorischen Kontext sichtbar zu machen. Sehr empfehlenswert.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Martin Niemöller
Michael Heymel
Lambert Schneider (2017)
320 S. : Ill.
fest geb.