Scheiß auf Liebe
Mit markantem Strich, auch farblich aufs Wesentliche reduziert, skizziert die Bloggerin Sophie Lambda (Pseudonym) mit dem Grafiktablet ihre eigene toxische Beziehungserfahrung. Begehrt, mit Liebesbeweisen überschüttet, schwebt Sophie wie auf Wolke
sieben mit Marcus, stürzt aber dann nach ein paar Monaten, als er mehr und mehr sein wahres Ich offenbart, in eine tiefe Depression. Manipuliert, erniedrigt und gedemütigt vom Narzissten Marcus vergräbt sich Sophie vor der Außenwelt, bevor sie es schafft, das Verhalten ihres Ex-Freundes zu analysieren, mit anderen über ihre Erfahrungen zu sprechen, ja auch Kontakt zu anderen Opfern aufzunehmen. Mit viel Humor, aber auch mit Tiefgang, widmet sich diese Graphic Novel dem Thema Manipulation in Beziehungen und macht Leser:innen u.a. mit Begriffen wie "Hoovering", "Love-Bombing" oder "Ghosting" bekannt. Betroffene können in dieser Graphic Novel wiederkehrende Muster erkennen und vielleicht erste Hilfe zur Selbsthilfe erfahren. Professionelle Beratungsstellen sind am Ende aufgeführt. Empfehlenswert.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Scheiß auf Liebe
Sophie Lambda ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
Splitter (2025)
291 Seiten : farbig
kt.