Irgendwann kommt immer ein Meer
Was bleibt von einem Menschen, wenn er stirbt? Wenn es der Vater ist, der dein ganzes Leben lang da war und nun am Ende seines Lebens angekommen ist? Nils Langhans beschreibt die Tage und Wochen vor dem Tod des Vaters und die Zeit danach. Die Intensität
des Erlebens zeigt sich in kleinen, sinnlichen Wahrnehmungen, in Gesten und Gedanken, Gegenständen und Umgebungen. Es sind kleine Momente des Lebens, sinnliche Haltepunkte in der Kindheit, in der Jugend, im Erwachsenenalter. Der Vater. Da war einer, der immer da war, und er bleibt. Mit seinen Gesten, mit seinem Lachen, mit all den kleinen Alltags- und Urlaubserinnerungen und nun mit seinem Sterben. – Der erste Roman von Langhans ist wie ein Mosaik, das sich aus unzähligen Bildern der Erinnerung zusammensetzt. Sie sind Teil seines Lebens und mischen sich mit dem, was vergangen ist, was ihn geprägt hat und an seinen Vater erinnert, und was über den Tod hinaus in ihm fortlebt. Bilder eines Lebens, die unvermittelt auftauchen und wieder gehen, die mal verblassen, mal intensiv aufleuchten und die das Leben verlangsamen und wie in Zeitlupe eine sehr persönliche Lebensreise erleben lassen.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Irgendwann kommt immer ein Meer
Nils Langhans
Schöffling & Co. (2025)
125 Seiten
fest geb.