dreimeterdreißig
Bei dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte ist schon auf den ersten Seiten klar, welch tragisches Ende sie nehmen wird: Klara wacht in ihrer Wiener Altbauwohnung mit den drei Meter dreißig hohen Decken auf und ihr aus Ungarn stammender Freund Balázs
lebt nicht mehr. Auf diesen Moment des "Nicht-Wahrhaben-Wollens" richtet die österreichische Autorin Jaqueline Schreiber ihr literarisches Brennglas. Sie springt dabei immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, in Rückblenden rollt sie die Geschichte von Klara und Balázs auf. Wir erfahren, wie die beiden aufgewachsen sind, wie sie sich kennengelernt haben und welche Herausforderungen sie in der Beziehung zueinander meistern mussten. – Der Debütroman dieser jungen Autorin ist sprachlich sehr besonders – poetisch und emotional –, was das Lesen nicht ganz einfach macht. Es geht nicht nur um Liebe, Trauer und Verlust, sondern auch um Klassenunterschiede und die Bedeutung der eigenen Herkunft. Noch ein Pluspunkt: Die optische Gestaltung des Buches ist außergewöhnlich gut.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
dreimeterdreißig
Jaqueline Scheiber
leykam: Belletristik (2025)
233 Seiten : Illustration
fest geb.