Chimäre

Gregor und Alice leben und arbeiten in einem Kolleg auf einer Flussinsel. Abgeschottet erforschen und bewahren sie dort mit den Lehrern und anderen Studenten die Tier- und Pflanzenwelt. Das Herzstück ist eine Samenbank, mit der in der Zukunft die Chimäre schwindende Artenvielfalt der Welt wieder aufgebaut werden kann. Alice, die sich dort als Alois ausgibt, verlässt die Insel eines Tages, um ihre Mutter zu suchen, die in der Stadt lebt. Sie will mehr über ihre Herkunft erfahren und darüber, warum ihre Mutter sie weggegeben hat. Gregor kämpft mit seinem eigenen Trauma und will die Insel nicht verlassen, obwohl er dort schon als Kind von Lehrkräften missbraucht wurde. Er kämpft mit seinen Gefühlen zu Alois/Alice und kann nach deren Weggang nur schwer Vertrauen zu einer anderen Frau finden. – Sprachlich äußerst kunstvoll lässt die Autorin die Lesenden an der sinnlichen Erforschung der Identitäten ihrer Charaktere im Wechselspiel mit ihrer dystopischen Umwelt teilhaben. Ein feiner Zauber, aber auch eine große Traurigkeit liegen über der Erzählung und dennoch scheint ein Hoffnungsschimmer am Ende des Buches aufzuglimmen. – Ein faszinierender Roman für ein besonderes Leseerlebnis.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Chimäre

Chimäre

Sarah Kuratle
Otto Müller Verlag (2025)

155 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 755258
ISBN 978-3-7013-1334-1
9783701313341
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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