Im Schatten der Zeit

Eine relativ durchschnittliche Kindheit im Wien des beginnenden 20. Jh., eingebettet in eine große Familie, in der der Vater als Glasmaler in seiner eigenen Werkstatt die Familie wirtschaftlich versorgt und die Mutter als fürsorgliche Hausfrau ihre Im Schatten der Zeit Kraft vor allem aus ihrem Glauben erhält. So wächst Anna mit ihren Schwestern heran, von denen sie sich jedoch durch ihren festen Willen und ihre künstlerische Begabung unterscheidet. Der Vater unterstützt den Wunsch seiner Tochter, zeichnen zu lernen, und lässt das Mädchen, gegen den Willen der Mutter, eine Kunstschule besuchen. Doch als Anna ihre Ausbildung schon abgeschlossen hat und in den väterlichen Betrieb einsteigen könnte, entschließt sie sich, ihrem Verlobten nach Brasilien zu folgen. Damit unterbricht sie ihr selbstbestimmtes Leben, denn als Ehefrau und Mutter muss sie sich anderen Aufgaben widmen. - Gekonnt und vielschichtig lässt die Autorin das Leben einer jungen Frau zu Beginn des 20. Jh. vor den Augen der Leserinnen und Leser abrollen: Es gibt viele soziale Zwänge, Erwartungen an das Verhalten als Tochter, Mädchen, Ehefrau. Anna steckt mitten in diesen gesellschaftlichen Vorgaben und erlebt die Zeit zwischen den Weltkriegen, das Erstarken der Nazis und ihrer Ideologie und den Krieg hautnah als Frau und Verantwortliche der Familienharmonie. Erika Pluhar gelingt mit diesem Roman ein tiefer Einblick in die Umstände und Veränderungen im Leben einer Frau des 20. Jh.

Lili Aignesberger

Lili Aignesberger

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Im Schatten der Zeit

Im Schatten der Zeit

Erika Pluhar
Residenz-Verl. (2012)

284 S.
fest geb.

MedienNr.: 360157
ISBN 978-3-7017-1588-6
9783701715886
ca. 21,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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