Lebensreise

Nach einer Vielzahl von Romanen, Essays und Abhandlungen verschiedenster Art (in BP/mp zul. "Zur Entlastung der Briefträger", BP/mp 11/615) hat der Autor nun eine Art literarische Autobiografie verfasst. Die Erzählung ist, was Form und Aufbau angeht, Lebensreise sehr ungewöhnlich; der Achtzigjährige erzählt oft zusammenhanglos und sprunghaft, rückblickend auf sein abwechslungsreiches, interessantes Leben. Er schreibt über Gott und die Welt, über zahlreiche Begegnungen in seinem langen Leben, über wichtige, unwichtige, traurige und oftmals auch entscheidende Treffen. Er zitiert aus vielen seiner Werke und "spricht" immer wieder mit seinem Namenspatron Aloysius von Gonzaga, dem spätmittelterlichen italienischen Heiligen. Es gibt keine richtige, nacherzählbare Handlung; der Autor mischt Erinnerungen kunterbunt und schildert die Stationen seines Lebens genauso zusammenhanglos. Aber alles schildert er geistreich, humorvoll, auch ironisch, und sehr viele Aspekte berührend. Die Lektüre ist trotz gelegentlicher moralisierender Auslassungen zumeist kurzweilig, ja vergnüglich. Ein Buch, das neben den Liebhabern der Bücher des Autors durchaus auch für weitere Leser interessant sein dürfte.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Lebensreise

Lebensreise

Alois Brandstetter
Residenz Verlag (2020)

394 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 958162
ISBN 978-3-7017-1735-4
9783701717354
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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