oft manchmal nie
In kleinen Episoden beschreibt die Autorin ihre Kindheit und Jugend auf dem Land in Niederösterreich. Dabei entsteht so etwas wie eine Sammlung von Genrebildern mit Worten, bei denen vor allem der Alltag beschrieben wird. Nach den ersten Jahren über
das Leben als Kleinkind folgen die Jahre in der Klosterschule und dann an der Universität. Über all das Besondere bei ihren einzelnen Episoden - das Aufwachsen in der Autowerkstatt ihres Vaters - schreibt sie nüchtern, sachlich und wie selbstverständlich. Dabei gelingt es der Autorin, die Zeit der 80er Jahre auferstehen zu lassen und vor diesem Hintergrund auch ihren persönlichen Werdegang zur Schriftstellerin. Es sind nicht viele Seiten, die die Autorin füllt, manche enthalten nur vier Zeilen. Dadurch wird ihr Text besonders dicht, jedes Wort wird bedeutsam. Ohne Groß- und Kleinschreibung braucht es etwas Zeit zum Einlesen. Für literarisch und psychologisch Interessierte kann dieser Ausflug in die Vergangenheit einer traditionsverbundenen Familie in Niederösterreich zu einer interessanten Exkursion werden.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
oft manchmal nie
Cornelia Hülmbauer
Residenz Verlag (2023)
180 Seiten
fest geb.