Hier gibt es Löwen
Da haben wir es wieder, eines dieser Bilderbücher, bei denen man zunächst einmal die Nase rümpft und es in die Ecke "betont künstlerisch" stellt. Falsch! Dieses lohnt die Mühe des genauen Betrachtens. Bereits auf dem Vorsatzblatt präsentieren
sich ein Mann und eine Frau nackt, liegend, und jedes Körperteil ist akribisch beschriftet, alles inklusive. Dann beginnt die eigentliche, ziemlich verrückte Geschichte von einem Mann, der in ein "Verzierstudio" geht, um sich den Körper bemalen zu lassen. Antonio, der "Dekorierer", beginnt sein Kunst-Werk, ist mit seinen Gedanken aber gleichzeitig bei seiner geliebten Antonia, die er umgarnen möchte. Stück für Stück erobert Antonio den Körper des Mannes, verziert jede noch so kleine Stelle mit Bildern, lässt seiner Fantasie dabei freien Lauf. Nur eines findet man auf jedem Bild - einen Löwen! Dabei wechseln die Stile, Farben, Techniken, heraus kommt eine kunterbunte Mischung, jede Doppelseite bietet Überraschendes. Der Text begleitet diese Körperreise der besonderen Art in launigen Versen, nicht immer logisch, aber amüsant. - Kurz, es handelt sich um ein höchst ungewöhnliches, schrilles, buntes Bilderbuch voller Entdeckungsmöglichkeiten, und nicht nur der einzelnen Körperteile. Für größere Bestände empfohlen, kleinere sollten es wagen!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Hier gibt es Löwen
Michael Stavaric ; Renate Habinger
Nilpferd in Residenz (2011)
[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.