Wo versteckst du dich, lieber Gott?
Ein Kind spielt Verstecken. Und es sucht keinen geringeren als Gott. Doch weder im Kleiderschrank noch im Badezimmer noch im Garten findet es den Gesuchten. Enttäuscht setzt es sich unter einen Baum, wo der Wind ihm sacht ein Blatt ins Gesicht weht.
Da findet das Kind Gott plötzlich in der Natur und sieht im Spiegel - sich und damit in allem Lebendigen eine Spur Gottes. In naiv-träumerischen Bildern, mit fantastisch anmutender Formensprache und klarer Farbgebung, wird der Text illustriert. - Es ist eine schöne Idee, Gott beim Versteckspiel zu suchen und sein Wirken in Dingen und Ereignissen zu finden ebenso wie den göttlichen Funken im eigenen Spiegelbild. Doch der Erkenntnissprung, dass Er eben nicht im Kleiderschrank oder der Badewanne zu sehen ist, sondern "nur" seine Wirkmächtigkeit, ist nicht nachvollziehbar. Das ist schade, denn Kinder werden sicher danach fragen und glaubens-unsichere Vorleser sind damit alleine gelassen. - Auch wenn das Format nur bedingt büchereitauglich ist, kann es als Denkanstoß und Gesprächsanlass empfohlen werden.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Wo versteckst du dich, lieber Gott?
Elisabeth Zartl
Tyrolia-Verl. (2013)
[10] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4