Alpine Vitalküche
Die alpine Esskultur ist geprägt von einer Jahrhunderte alten und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Was heute wieder im Kommen ist, ist eine bei den Bauern früherer Zeit lange und aus der Not heraus gepflegte ökologische, biologische und regenerative
Landwirtschaft. Auf den Tisch kam, was Garten, Wald, Stall und Wasser lieferten. In ihren Rezepten zeigt die Autorin, dass Getreide in den verschiedensten Formen, vor allem aber als Brot, das Herzstück alpiner Vitalküche ist. Gemüse, Salate, auch Rohkost werden durch Küchen- und Wildkräuter, Frischkäse und Käse von Ziegen und Schafen verfeinert. Grundlage für die Suppen als Vor- und Hauptspeise ist verschieden verwendetes Gemüse, das durch Fleisch- und Knödeleinlagen an Nahrhaftigkeit gewinnt. Die Hauptgerichte werden von Mehlspeisen, weiteren Knödelgerichten, vielfältigen Nudel- und Kartoffelrezepten und auch Gries in unterschiedlichen Formen dominiert. Fleisch- und Fischrezepte gibt es, wie früher auch, eher wenige. Dabei legt die Autorin großen Wert darauf, dass beides regional bezogen wird und keine langen Transportwege hinter sich hat. Süßes gab es damals ebenfalls nur an Fest- und Feiertagen. So rar sind daher auch die Vorschläge für Kuchen, und Nachspeisen, basierend auf dem was ein Obstgarten und verschiedene Beerensträucher, aber auch was Wald und Flur hergeben. Die sehr vielen Fotos stammen von ihrem Mann, der dabei ganz bewusst auf eine food-stylistische Herangehensweise verzichtet hat. – Wer sich näher mit der Küche des alpinen Raumes, vor allem mit deren Nachhaltigkeit sowie einer der Gesundheit verpflichteten Ernährung beschäftigen möchte, findet hier eine Unmenge an Anregungen. Empfehlenswert!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Alpine Vitalküche
Karin Hofinger ; Stephan Hofinger (Fotos)
Tyrolia-Verlag (2026)
243 Seiten : farbig
fest geb.