Eher fällt der Mond vom Himmel
Rachel van Kooij versteht es, schwierige Kinderschicksale (zuletzt BP/mp 24/671: „Niemand so wie ich?") altersgerecht mit Perspektive auf Verbesserung zu erzählen. Jana, die Mutter im Gefängnis, der Vater ein krankhafter Gamer ohne jeglichen Realitätsbezug,
regelt mit zehn Jahren den Haushalt, die Finanzen und die Probleme mit dem Jugendamt. In der Schule ist sie das "soziale Projekt" und muss als Außenseiterin von ihren Schulkamerad:innen einiges ertragen. Besonders die "Klassenqueen" Julia und ihr Gefolge setzen ihr zu. Als das afghanische Flüchtlingsmädchen Aleena in die Klasse kommt, entwickelt sich eine zarte Freundschaft, die aber durch eine unbedachte Äußerung Janas Risse erhält. Julia freundet sich zum Schein mit Aleena an, zeigt später auf ihrer Geburtstagsfeier jedoch ihr wahres, gefährliches Ich. Die zunächst schlimmen Folgen ihres Verhaltens bringen eine Wende zum Guten. Nun erkennen die Erwachsenen in Janas Umfeld den Ernst der Lage in Familie und Schule und mit gezielter Hilfe von außen und der Bereitschaft zur Veränderung von Janas Vater besteht Hoffnung auf eine bessere Zukunft. – Zwei starke Mädchen, die sich schwierigen Situationen mit Einfallsreichtum und Klugheit stellen und Kraft aus ihrer wachsenden Freundschaft schöpfen. Ein beeindruckendes Buch, das für jede Bücherei empfehlenswert ist.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Eher fällt der Mond vom Himmel
Rachel van Kooij
Jungbrunnen (2025)
231 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9