Johann Strauß oder Die Geburt des Walzers aus der Dampfmaschine
Als Johann 17 Jahre alt ist und Unterricht in Kirchenmusik erhält, lernt er die junge Sängerin Elvira Gehnitheim kennen. Um an Einnahmen zu kommen, arbeitet sie als Hilfskraft in einer nahen Metallfabrik. Da Johann ähnliche Geldsorgen hat, nimmt
er dort ebenfalls eine Anstellung an und ist fasziniert von der Maschine, die im „Dreivierteltakt“ (Betonung liegt auf EINS) arbeitet. So will er zukünftig Walzer komponieren, was eine Revolution in der Musik darstellt. Sein nächster Plan ist es, eine Tanzkapelle zu gründen und zugleich seinen Vater („ein Teufel“), der selbst in einer kleinen Kapelle in einem Gastgarten spielt und sein Geld versäuft, zu „besiegen“. Johanns Auftritte mit sieben Geigern sind schnell in ganz Wien bekannt, sein Vater wird arbeitslos, weil die Gäste nun zum Johann jr. kommen. Selbst aus dem Ausland kommen Anfragen. Johannes Brahms wird Nachbar von Strauß‘ Mutter – eine wunderbare Freundschaft entsteht. Reisen und Auftritte werden immer mehr. In New York eröffnet der „Walzerkönig“ mit zwei österreichischen Tanzkapellen die Weltausstellung. Andere Ziele sind Prag, Warschau, Paris (Freundschaft mit Jacques Offenbach) und Moskau (Verehrung durch den Zaren). Fazit: Michael Scharang erreicht mit seinem Roman und der nicht immer an der Realität orientierten Handlung, dass die Leser:innen den persönlichen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund von Strauss‘ Wirken besser verstehen.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Johann Strauß oder Die Geburt des Walzers aus der Dampfmaschine
Michael Scharang
Czernin Verlag (2025)
270 Seiten
fest geb.