Melatonin
Der Chronobiologe Jan-Dirk Fauteck verklärt Melatonin als das "Schweizer Messer" unter den Hormonen. So soll es nicht nur unser Leben von Problemen wie Schlafstörungen befreien, sondern auch bei Wohlstandskrankheiten wie Diabetes helfen und die Behandlung
von Krebs verbessern. Beim Lesen stellt sich allerdings die Frage, warum wir nicht alle längst mit Melatonin, das laut dem Autor keine wirklichen Nebenwirkungen hat, behandelt werden. Wenn der Autor rät, Medikamente abzusetzen, die den Melatoninspiegel beeinflussen können, kann das zu unverantwortbaren gesundheitlichen Risiken führen. Melatonin ist sicherlich eine interessante Substanz. Dafür aber, es vorbehaltlos als Allheilmittel zu preisen, fehlt aktuell die wissenschaftliche Basis. Auch andere Aussagen dürfen als eher unwissenschaftlich gelten, wie z.B. die Behauptung, elektromagnetische Felder verursachten Krebs. Ein einseitig geschriebenes und nur bedingt empfehlenswertes Buch.
Nicole Schuster
rezensiert für den Borromäusverein.
Melatonin
Jan-Dirk Fauteck. Unter Mitarb. von Andrea Eder
Brandstätter (2017)
223 S. : Ill., graph. Darst.
kt.