Lesereise Taiwan
Seit 1949 behauptet sich die kleine Insel Taiwan gegen die übermächtige Volksrepublik China. Dieses Buch eines Deutschen, der mit einer Einheimischen verheiratet ist, taucht ein in dieses politische Pulverfass und skizziert ausgehend von seinen persönlichen
Erlebnissen ein vielschichtiges Porträt von Menschen, denen es Tag für Tag gelingt, mit ihrem Optimismus und Einfallsreichtum die anfallenden Probleme zu meistern und dabei eine beeindruckende Gelassenheit zu offenbaren. In 14 meisterhaften Essays widmet sich der Autor den unterschiedlichsten Aspekten des taiwanesischen Way of Life und zeigt dabei auf, wie Geschichte und Kultur die Bewohner dieses Inselstaats geprägt haben. So wird die 7-Eleven-Ladenkette zu mehr als einem Ort, an dem man (fast) alles kaufen und zu jeder Tages- und Nachtzeit einen wohlschmeckenden Imbiss zu sich nehmen kann, sondern auch zu einem Treffpunkt, an dem Schüler Hausaufgaben machen, Rentner dösen und Paare flirten. Nicht wegzudenken aus Taiwan sind ferner die taxigelben Müllwägen, die mit dem über Lautsprecher abgespielten Song „Für Elise“ die Bevölkerung zur Abgabe ihres Abfalls animieren – Beethoven als Unterstützer der Umweltbewegung! Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit der Erholsamkeit des Mittagsschlafs und dem hohen Stellenwert des Aberglaubens bei den Inselbewohnern. Das Buch wird bei allen Liebhabern der fernöstlichen Mentalität auf große Zustimmung stoßen!
Thomas Hübner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lesereise Taiwan
Michael Saur
Picus Verlag (2026)
130 Seiten
fest geb.