Die Rückkehr
Eine junge Frau fährt in einem Bus aus der Stadt und steigt in einer einsamen Gegend aus. Sie geht auf ein kleines Haus am Horizont zu und wird dabei immer größer, bis sie riesengroß davorsteht und nur noch ihre langen Beine aufs Bild passen. Etwas
kleines Gelbes ist noch vor dem Haus zu sehen, ein Schmetterling? Ein Perspektivwechsel verrät mehr: Der Tochterblick von weit oben ist auf das lächelnde Gesicht der Mutter gerichtet, die einen gelben Hut auf dem Kopf hat. Ein weiterer Perspektivwechsel zeigt den Mutterblick hoch zur ebenfalls lächelnden Tochter, die wie ein Hochhaus vor ihr steht. Zurück zur neutralen Perspektive: Die Mutter schmiegt sich glücklich an den Knöchel der Tochter, die sich daraufhin weit hinunterbeugt und der Mutter einen Kuss auf die Wange gibt. Genießerisch zieht die Tochter den Duft von Mutters Suppe ein - und plötzlich ist sie wieder das kleine Mädchen, das kaum über den Tischrand sehen kann. Am Schluss sitzen beide glücklich und eng aneinander geschmiegt am Tisch vor dem Haus. - Die Grafikerin Natalia Chernysheva erzählt ihre Tochter-Mutter-Geschichte nur mit Bildern und geschickten Perspektivwechseln. "Die Rückkehr" ist die Buchfassung eines Zeichentrickfilms. - Für größere Bestände.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Rückkehr
Natalia Chernysheva
Atlantis (2015)
[16] Bl. : überw. Ill. (z.T. farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5