Dich zu verlieren oder mich

Homeira Qaderi wird 1980 in Kabul in Afghanistan geboren und wächst im Schoße einer Großfamilie in Herat auf. Das Mädchen stellt die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern schon früh in Frage. Warum bekommen die Brüder ein größeres Stück Dich zu verlieren oder mich Fleisch als sie, warum haben sie andere Rechte als ihre Schwestern? Ihre Kindheit ist geprägt von der sowjetischen Besatzung. Es folgen Bürgerkrieg und die Herrschaft der Taliban. Von einem Tag auf den anderen darf Homeira nicht mehr zur Schule gehen. Das rebellische Mädchen will sich nicht damit abfinden und unterrichtet mit 13 Jahren andere Kinder in ihrem Zuhause und später in einem nahegelegenen Flüchtlingslager. Mehrmals entgeht sie der Gefahr, entdeckt und möglicherweise hingerichtet zu werden. Im Alter von 16 Jahren interessiert sich ein Kommandant der Taliban für sie. Als er nicht aus dem Krieg zurückkehrt, nimmt die Familie den Heiratsantrag eines Nachbarn an. Mit ihrem Mann geht Homeira in den Iran, wo sie persische Literatur studiert und promoviert. Nach der Geburt ihres Sohnes zieht die kleine Familie zurück nach Afghanistan, wo der Ehemann eine politische Karriere anstrebt. Als er sich eine Zweitfrau nehmen will, protestiert Homeira. Nach der Scheidung wird ihr der Sohn weggenommen. Sie emigriert in die USA und strebt einen Sorgerechtsstreit in Kabul an. Die Autorin setzt sich fortwährend für die Rechte afghanischer Frauen ein.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Dich zu verlieren oder mich

Dich zu verlieren oder mich

Homeira Qaderi ; aus dem amerikanischen Englisch von Eva Kemper
Arche (2023)

239 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 615660
ISBN 978-3-7160-0006-9
9783716000069
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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